25.11.2004: Blick aufs Humankapital

Bundesländer im Vergleich


Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat knapp zwei Wochen vor der Veröffentlichung der Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie ein Ranking der Bundesländer – den so genannten Bildungsmonitor – vorgelegt. Die ZEIT veröffentlicht hierzu in ihrer online-Version folgenden Beitrag:

Auf den ersten Blick birgt das Ranking keine Überraschungen: Bayern ist Primus und Bremen Sitzenbleiber. Doch der Initiator des Bildungsmonitors, die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), verfolgt einen hohen Anspruch: Die Studie soll eine Art Generalinventur des deutschen Bildungswesens sein. »Wir wollen eine Informationslücke schließen«, sagt Tasso Enzweiler, der Geschäftsführer der Initiative. »Bislang existierten jede Menge Einzelergebnisse, doch eine systematische Gesamtübersicht fehlte.«

Für die Rangliste verglichen die Forscher 105 Einzelmerkmale, darunter Daten der ersten Pisa-Studie und der Grundschulstudie Iglu, aber auch die Betreuungsrelation im Kindergarten, die Klassengröße in den Schulen oder den Ausländeranteil unter den Studenten. Damit soll gezeigt werden, welche Länder mit ihrer Bildungspolitik am meisten zu Wirtschaftswachstum und Wohlstand beitragen. Denn mit Hilfe der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft machen Arbeitgeberverbände und Persönlichkeiten wie der ehemalige Bundesbank-Präsident Hans Tietmeyer oder der grüne Finanzexperte Oswald Metzger Werbung für einen schlanken Staat und mehr Marktwirtschaft in Deutschland.

Den zweiten Platz des Rankings erreicht Baden-Württemberg. Auch Thüringen und Sachsen schneiden überdurchschnittlich ab, während alle anderen Länder unter dem Mittelwert liegen. Am Ende der Skala finden sich neben Bremen Sachsen-Anhalt und Berlin. »Berauschend sind die Daten aber für kein Bundesland«, sagt Oliver Stettes vom Institut der deutschen Wirtschaft, der gemeinsam mit seinem Kollegen Axel Plünnecke die Studie verfasst hat.

Vier Bereiche haben die Forscher vermessen. Erstens, wie es Ökonomen nennen, das quantitative Humankapital. Hier zählen unter anderem Abbrecherquoten und Abiturientenzahlen. Beim »qualitativen Humankapital«betrachten die Autoren die Pisa-Daten, die Klassengrößen oder wieviele Studenten ein Professor betreut. Bei »Ressourceneinsatz und Effizienz« interessieren zum Beispiel die Wiederholerquote und die Höhe der Bildungsinvestitionen. Der vierte Bereich, die »technologische Leistungsfähigkeit und Innovationskraft«, wird unter anderem anhand der Zahl der Habilitationen je Professor und des Frauenanteils in den Ingenieurwissenschaften bestimmt.

Akribisch listet der Bildungsmonitor Stärken und Schwächen der einzelnen Bundesländer auf...
Den vollständigen Artikel finden sie unter www.zeit.de