17.12.2004: Jugendliche besser auf das Berufsleben vorbereiten
Clement appelliert an Eltern, Lehrer und Verantwortliche in den Ländern
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat Eltern, Lehrer und die in den Ländern für schulische Bildung Zuständigen aufgerufen, Jugendliche besser auf das Berufsleben vorzubereiten.
"Die Entwicklung bisher ist bedrohlich", warnte Clement am Donnerstag in einer von der SPD beantragten Aktuellen Stunde des Bundestages zur Ausbildungsbilanz. Derzeit seien 491.000 Jugendliche in Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit, weil sie nicht in der Lage seien, Erfolg versprechend in eine Ausbildung zu gehen. Hinzu kämen noch etwa 500.000 junge Menschen unter unter 25 Jahren, die arbeitslos seien. "Das ist eine Mahnung. Das dürfen wir so nicht laufen lassen", sagte Clement. Die bisherige Entwicklung werde dazu führen, dass eine viel zu große Zahl von Jugendlichen im Berufsleben kaum eine Chance habe.
Die Schnittstelle zwischen Schulen und Betrieben müsse verbessert werden, sagte Clement. Man müsse die Schüler etwa ab dem 7. Schuljahr vorbereiten auf das, was im Berufsleben komme.
Der Minister bezeichnete den Ausbildungspakt zwischen Bundesregierung und Wirtschaft erneut als Erfolg. Die Wirtschaft habe mit 54.000 neuen Ausbildungsplätzen weit mehr als die von ihnen zugesagten 30.000 geschaffen. Auch bei den mehrmonatigen Einstiegsqualifikationen für schwer Vermittelbare habe die Wirtschaft ihre Zusagen übertroffen. "Für jeden ist rechnerisch in Deutschland ein Angebot da", sagte Clement.
Ende November suchten nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit noch 40.300 Jugendliche eine Lehrstelle für das angelaufene Ausbildungsjahr, während 10.200 Ausbildungsplätze noch unbesetzt waren. Darunter waren aber auch Jugendliche, die eine bereits angefangene Ausbildung abgebrochen hatten. Regierung und Wirtschaft sprechen daher von nur 23.500 unversorgten Bewerbern. Bei 6000 offenen Ausbildungsplätzen liege die Lehrstellenlücke bei 17.500. Angesichts von rund 25.000 freien Plätzen für Einstiegsqualifikationen geht die Regierung davon aus, dass bis Jahresende jedem ein Ausbildungs- oder Qualifizierungsangebot gemacht werden kann. [Quelle: Reuters Deutschland, 17.12.2004]


