16.05.2006: Finanzielle Bildung im Klassenraum
Finanzdienstleister mit Angeboten zur ökonomischen Bildung
Auf der Website von boerse.ard.de wird das Engagement von Banken und des Bundesverbands der Investmentgesellschaften für Schulen ausführlich beschrieben. Hier eine Zusammenfassung:
Untersuchungen zeigen es immer wieder: Das Finanzwissen der Deutschen ist mangelhaft. Banken und Finanzdienstleister drängen deshalb mit Bildungsangeboten an die Schulen – auch der Bundesverband der Investmentgesellschaften (BVI) beteiligt sich mit der Kampagne "Hoch im Kurs“. Das Verständnis finanzieller Zusammenhänge soll vermittelt werden, verschiedene Formen der Geldanlage vergleichend dargestellt und die finanzielle Handlungsfähigkeit der Schüler gestärkt werden. "Das Thema ökonomische Bildung auch als Teil der Allgemeinbildung zu verstehen, gewinnt zunehmend an Bedeutung", erläutert der BVI sein Engagement.
Zum Informationsangebot gehören ein jährlich erscheinendes Schülermagazin mit Themen rund ums Geld und ein Internetangebot (www.hoch-im-kurs.de). "Die Website soll den Zugang zum sperrigen Thema Geldanlage erleichtern", meint Michael Jäger vom Universum-Verlag, der das Schulprojekt des BVI steuert. Noch etwas mehr Mut zum Spielerischen hätte dem Online-Auftritt sicherlich gut getan, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
"Hoch im Kurs" richtet sich an die Klassen 10 bis 13 an Gymnasien, Realschulen und Gesamtschulen. Die Kampagne "Hoch im Kurs" ist zunächst auf drei Jahre angelegt, soll aber, so Hauptgeschäftsführer Stefan Seip, "keine einmalige Aktion" sein. Laut Seip gibt der BVI "einen mittleren sechssteligen Euro-Betrag" für die Kampagne aus.
Anders als der BVI haben die Sparkassen das Thema "finanzielle Bildung an Schulen" schon länger auf der Agenda, was auch mit ihrer öffentlich-rechtlichen Rechtsform und ihrem damit verbundenen Auftrag zu tun hat. Im Rahmen des Sparkassen SchulService stellen sie vielfältige Lernmaterialien zur Verfügung und decken damit etwa drei Viertel aller allgemeinbildenden Schulen ab. Ein jährlicher Höhepunkt ist das Planspiel Börse, das den Jugendlichen praxisnah den Zusammenhang von Wirtschaft und Finanzmärkten vermitteln soll.
Das neueste Angebot der Sparkassen ist ein mobiler Taschengeldplaner fürs Handy. Mit dieser Java-Applikation sollen die Jugendlichen ihre Finanzen jederzeit im Griff haben. Natürlich haben auch die Sparkassen nichts dagegen, durch die Präsenz des knallroten Logos an der Schule ihre künftige Kundschaft zu pflegen – inhaltlich präsentieren sich ihre Angebote jedoch weitestgehend neutral.
Praxisnahe Nachhilfe von Citibank-Mitarbeitern
Inzwischen tummeln sich zunehmend auch Privatbanken in den Schulen, um dem Nachwuchs in Sachen Geldfragen auf die Sprünge zu helfen. So hat die Citibank 2003 zusammen mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft das Schulprogramm "Fit für die Wirtschaft" gestartet. Rund 250 Citibank-Mitarbeiter geben den Schülern ehrenamtlich praxisnahe Nachhilfe zum Thema Wirtschaft. Sie erklären, wie kompliziert das Steuersystem ist und wie Zahlungssysteme funktionieren.
Auch die Handy-Schuldenfalle und Kredite werden angesprochen. Da treffen sich die Interessen von Bank und Schülern: An den Schulden ihrer Kunden verdient die Citibank im Privatkredit-Geschäft glänzend – aber insolvente Kunden verschlechtern die Bilanz.
Quellen und ausführliche Informationen unter:
http://boerse.ard.de/content.jsp?go=meldung&key=dokument_163968
und
http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_163966


