13.01.2006: Neues Angebot für Schülergenossenschaften

FH Frankfurt am Main informiert bestehende Firmen und Gründungswillige

Die Joseph-Beuys-Gesamtschule in Düsseldorf ist die erste Schule in Deutschland, die für ihre Schülerfirmen eine Genossenschaft gründet – weitere sollen folgen. Dafür setzt sich jetzt die Fachhochschule (FH) Frankfurt am Main mit einer Website ein: Unter "www.genoatschool.de" können Betreiber von Schülerfirmen oder Gründungswillige alles über Schülergenossenschaften erfahren.

Unterstützt werde die Initiative von dem Genossenschaftsverband Norddeutschland: nach Prüfung des Geschäftskonzept könnten sich Schülerfirmen hier regulär eintragen lassen und für eine zu vereinbarende Zeit auch eine zunächst kostenfreie Mitgliedschaft bekommen.

Zum Verbandsgebiet des Genossenschaftsverbands Norddeutschland gehören laut "geno at school" die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Im Zentrum steht die soziale Idee Den pädagogischen sowie ökonomischen Wert einer Schülerfirma, den Schüler praxisbezogen auf die Wirtschaft vorzubereiten, haben Wirtschaft sowie Bildung ja bereits seit längerem erkannt. Warum aber eine Genossenschaft?

Für die Joseph-Beuys-Gesamtschule spielt der soziale Gedanke einer Genossenschaft die ausschlaggebende Rolle: Denn bei dieser Rechtsform gehe es nicht primär um den Gewinn der Firma, sondern vielmehr um den Gemeinschaftsnutzen. So versorgten Schülerfirmen Mitschüler oder auch das übrige Personal der Schule in der Regel mit unterschiedlichen Dienstleistungen, beispielsweise in Form von Schulcafés, Teestuben, Pausenkioske oder Schülerzeitungen.

Anlass für die erstmals gegründete Schulgenossenschaft ist laut einer Pressemitteilung der Joseph-Beuys-Gesamtschule die Tatsache, dass Städte und Länder immer weniger Schulmaterial finanzierten. Deshalb habe schließlich eine Gruppe von Schülern der 9. Klasse begonnen, Schulmaterial günstig einzukaufen und es in der Schule wieder zu verkaufen.

Im lerning-by-doing-Verfahren erwarben sie so vielfältige Kompetenzen der ökonomischen Bildung und stellten auch fest, dass ihre Preise nur wenig unter den üblichen Ladenpreisen liegen konnten. Die Gründung einer Genossenschaft gebe ihnen nun die Möglichkeit, auch im Großhandel einzukaufen und dadurch die Preise zu senken. Die Schulmitglieder könnten so noch besser unterstützt werden.

Weitere Informationen im Webangebot unter www.genoatschool.de

[Quelle: Mittelstand direkt vom 12.01.2006]