22.11.2004: Wieder schlechtes Abschneiden bei PISA
Deutsche Schüler nur Mittelmaß
Das erneut schlechte deutsche Abschneiden bei der weltweiten PISA-Schulstudie hat die Kultusminister nicht überrascht. Niedersachsens Bildungsminister Bernd Busemann meinte, Bildungsergebnisse seien Langzeitentwicklungen, die sich nicht von heute auf morgen sprunghaft verbessern ließen. Seine hessische Kollegin Karin Wolff hält es für unrealistisch, innerhalb von drei Jahren eine massive Veränderung zu erwarten. Nach dpa-Informationen haben sich deutsche Schüler in der 2. PISA-Studie kaum verbessert.
Einen ausführlichen Bericht liefert die Frankfurter Neue Presse
Was heißt eigentlich PISA?
PISA steht für „Programme for International Student Assessment“. 41 Nationen nahmen diesmal an dem weltweit größten Schulleistungstest teil - darunter alle 30 in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zusammengeschlossenen Industriestaaten. Beim ersten PISA-Test im Jahr 2000 waren es 31. Neu hinzugekommen sind unter anderem die Türkei, Serbien, Hongkong und Macao (China), Thailand und Uruguay. Weltweit arbeiten 300 Wissenschaftler an Erstellung und Auswertung des Tests. Die Federführung liegt bei der OECD in Paris.
PISA untersucht das Wissen der Schüler und ihre Fähigkeit, dieses Wissen bei der Lösung lebensnaher Aufgaben anzuwenden. Neben den Leistungen werden zugleich familiärer, sozialer und schulischer Hintergrund der Schüler erfasst sowie Zusatzdaten erhoben über Motivation, Lernmethoden und Unterstützung durch die Lehrer. In Deutschland wurden für den zweiten PISA-Test im Frühjahr 2003 insgesamt rund 50 000 Schüler im Alter von 15 Jahren getestet. Für den Vergleich, den die OECD am 7. Dezember weltweit veröffentlichen will, nahmen in Deutschland 220 Schulen mit jeweils 25 Schülern an dem Test teil. Für den von den Kultusministern erneut gewünschten Bundesländer-Vergleich wurden zudem zwei komplette neunte Klassen an einem zweiten Tag getestet. Die deutschen Länder-Ergebnisse sollen im Herbst 2005 veröffentlicht werden.
[Quelle: dpa]
Die Daten der PISA-Studie werden offiziell erst im Dezember bekannt gegeben. Dennoch liegen die ersten Ergebnisse bereits jetzt vor. Die Süddeutsche Zeitung schreibt über „Geheimniskrämerei um unerfreuliche Daten“ im Zusammenhang mit der PISA-Studie. sz-online.de


