20.05.2006: Polnische Geschichte im Pott
Jugendliche beschäftigten sich in einem deutsch-polnischen Workshop mit Vergangenheit und Gegenwart des Ruhrgebiets.
Auf Entdeckungsreise durch den "Pott": Zwanzig Jugendliche aus Polen und Deutschland haben im Rahmen des Workshops "Auf polnischen Spuren im Ruhrgebiet" die Geschichte und Gegenwart der Region recherchiert und auf eigenen Webseiten dokumentiert. Die Veranstaltung bot die Möglichkeit, sich der gemeinsamen Vergangenheit anzunähern und gleichzeitig für neue Verbindungen zwischen den Ländern zu sorgen. Am Ende der Spurensuche, die mit einer Einführung in den Online-Journalismus verbunden war, standen selbst gestaltete Internetseiten und Radiobeiträge auf Deutsch und Polnisch. Die Webseiten findet man im "Exil-Club" unter www.exil-club.de/dyn/64412.asp.
Dabei war den Jugendlichen die "polnische Geschichte des Ruhrgebiets" wenig bekannt. Auch die deutschen Teilnehmer zeigten sich überrascht: "Das war eine vollkommen neue Erfahrung. Ich habe meine Region einmal ganz anders kennen gelernt", berichtete Juliane aus Recklinghausen. Kaum eine Region in Deutschland ist so eng mit Polen verbunden wie das Ruhrgebiet - das belegen allein schon die vielen Menschen mit polnisch klingenden Namen. Vor 150 Jahren begann bereits die polnische Zuwanderung ins Ruhrgebiet. Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der "Arbeitsmigration" zwischen 1870 und 1918.
Der einwöchige Workshop fand statt im Rahmen des Festivals "Wszystko jasne? Alles klar? Europa verstehen: Polen", das von der Bundeszentrale für politische Bildung zum Ende des deutsch-polnischen Jahres vom 5. bis 12. Mai 2006 in Bochum, Essen und Gelsenkirchen veranstaltet wurde. Auf der feierlichen Abschlusspräsentation am 12. Mai auf dem Gelsenkirchener Schloss Horst, bei der der polnische Generalkonsul Andrzej Kaczorowski zugegen war, wurden die Webseiten des Workshops gezeigt. Kaczorowski hob hervor, dass Veranstaltungen wie diese für das Zusammenwachsen Europas sehr wichtig seien.
Die Veranstaltung wurde von Schulen ans Netz e. V. in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und regionalen Partnern ausgerichtet und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.


