10.01.2007: Sachsen: "Schule und Wirtschaft müssen an einen Tisch"

Berufsorientierungsprojekte in Sachsen sind auf gutem Weg

Kathrin Rieger-Genennig, Koordinatorien der Initiative "Berufliche Orientierung für Schüler und Studierende (B.O.S.S.), unterstützt Kultusminister Steffen Flath in seinen Bemühungen, die Berufsorientierung in den sächsischen Schulen zu verbessern. Flath hatte die mangelnde Information direkt an den Schulen kritisiert und mehr Engagement in der Zusammenarbeit gefordert. Bei Rieger-Genennig rennt der Minister damit offene Türen ein. Sie lobte Steffen Flath für seine deutlichen Worte: "Wir sind auf einem guten Weg in der Förderung des Nachwuchses. Aber viele Schüler sind weiterhin ungenügend informiert, was Berufsziele und -möglichkeiten angeht. Wir müssen Wirtschaft und Schule einander annähern.

Steffen Flath hat das Problem erkannt – der Handlungsbedarf ist immer noch sehr groß." Flath hatte in Interviews die schulische Förderung durch Lehrer gewürdigt, aber Berufsorientierung an Sachsens Schulen zugleich als "derzeit unzureichend" bemängelt. Zwar seien die Zahlen der Schüler mit Schulabschluss gestiegen, so Flath, dies reiche aber nicht aus, um die steigende Nachfrage an qualifizierten Fachkräften zu befriedigen.

Bis 2012 sollen demzufolge insgesamt 19.000 Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, sofern keine Trendwende eingeleitet werden kann. Die Initiative B.O.S.S. Mitteldeutschland fördert und koordiniert Berufsorientierungs-Projekte in Sachsen und steht damit für die von Flath geforderte Qualitätssteigerung in der Nachwuchsarbeit. Zu den Projekten gehören auch vier Initiativen für abschlussgefährdete Hauptschüler sowie zahlreiche Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen.

In Zukunft sollen diese beiden Bereiche noch enger verzahnt werden, wenn es nach Kathrin Rieger-Genennig geht: "Nur wenn beide Seiten die Erwartungen des Partners kennen, kann eine Zusammenarbeit funktionieren. Deshalb werden wir noch gezielter daran arbeiten, Schule und Wirtschaft an einen Tisch zu bringen."

[Quelle: Pressemitteilung der Initiative B.O.S.S. vom 09.01.2007]